Getriebene des eigenen Erfolgs: offene Immobilienfonds

27.12.2018

Offene Immobilienfonds (OIFs) profitierten in den letzten Jahren von den steigenden Mieten und Kaufpreisen – die allerdings auch mehr und mehr zu einem Problem werden. Denn die Anleger rennen den OIF-Anbietern regelrecht die Türen ein. Im letzten Jahr überwiesen sie ihnen laut Fondsverband BVI rund 6,7 Milliarden Euro. Damit verwalten OIFs nun über 95 Milliarden Euro (Stand: Ende August). Doch wohin mit dem ganzen frischen Geld?

Die Immobilienpreise sind in den A- und zunehmend auch in den B-Lagen teilweise in schwindelerregende Höhen gestiegen. Lukrative Kaufgelegenheiten lassen sich auch mit bester Vernetzung im Markt kaum noch finden. Die Investorengelder wollen jedoch investiert sein, schließlich werfen sie sonst praktisch keine Zinsen ab – und verwässern damit die Performance des Gesamtfonds. Derzeit halten die OIFs im Schnitt 21 Prozent Liquidität. Das ist zwar weniger als 2017, aber immer noch eine vergleichsweise hohe Quote.

Solange die Leitzinsen am Boden verharren, bleiben auch Sachwerte wie Immobilien bei den Anlegern sehr beliebt. Die Fondsbranche reagiert mit stetigen OIF-Neuemissionen. Doch das Anlagerisiko wird notwendigerweise wachsen müssen, denn sichere Renditebringer sind am heutigen Immobilienmarkt Mangelware.

Ein wichtiger  Punkt den Anleger bei OIF beachten sollten ist, das es in der Vergangenheit in solchen Phasen immer öfter dazu kam, das Immobilienfonds auch zeitweise geschlossen wurden. Sie erreichen mit einem Immobilienfonds zwar die gewünschte Risikominimierung, durch die Verteilung der Anlegergelder auf viele verschiedene Objekte, nur kommen sie unter Umständen nicht ganz so schnell an ihr Geld heran. Ausserdem sinkt die Rendite im Fonds, weil das Management, mehr liquide Mittel als nötig vorhält, die in der momentanen Niedrigzinsphase regelrecht Rendite zehrend sind

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